____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Yannic Hendricks
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Yannic Lukas Hendricks, Pseudonym Markus Krause (* 1990cite-ref-df1-1-0[1]), ist ein deutscher Abtreibungsgegner und politischer Aktivist, der mit zahlreichen Anzeigen gegen Ărzte wegen mutmaĂlicher Werbung fĂŒr den Abbruch der Schwangerschaft (§ 219a StGB) von 2015 bis 2018 maĂgeblich fĂŒr einen signifikanten Anstieg der ErmittlungsfĂ€lle wegen dieses Delikts sorgte. Seine Strafanzeigen gegen Ărzte waren wesentliche Auslöser, dass seit 2017 eine Abschaffung oder Reform dieses Paragraphen verstĂ€rkt öffentlich diskutiert wurde.cite-ref-bento-2-0[2] Hendricks wehrte sich erfolglos mit rechtlichen Schritten gegen die Nennung seines Realnamens durch BuzzFeed News und andere Medien.cite-ref-df1-1-1[1]
Contents
âą Werdegang
âą Rezeption
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Werdegang
Hendricks stammt aus Kleve, legte dort das Abitur ab und studiert Mathematikcite-ref-dlf-3-0[3] an der UniversitÀt Duisburg-Essen.cite-ref-4[4]
AktivitÀt als Abtreibungsgegner
Hendricks bezeichnete es in Interviews, die er unter seinem Pseudonym gab, als sein Hobby, Ărzte, die Schwangerschaftsabbruch als Teil ihres Leistungsspektrums auf der Praxishomepage auffĂŒhren, anzuzeigen.cite-ref-5[5] Er sieht darin Werbung fĂŒr den Abbruch der Schwangerschaft und damit einen VerstoĂ gegen den § 219a StGB. Begonnen habe er damit 2015, bis FrĂŒhjahr 2018 hatte er nach eigenen Angaben 60 bis 70 Anzeigen erstattet.cite-ref-dlf-3-1[3] DarĂŒber hinaus wandte er sich meist noch an die zustĂ€ndige LandesĂ€rztekammer mit der Bitte, mögliche standesrechtliche Konsequenzen zu prĂŒfen.cite-ref-taz-6-0[6] Mehrfach legte er Beschwerden beim Presserat wegen Artikeln verschiedener Medien zu § 219a ein.cite-ref-taz181114-7-0[7] Hendricks, der unverheiratet ist und auf vorehelichen Geschlechtsverkehr verzichten will, hat gemÀà Interviews noch nie mit einer ungewollt schwangeren Frau kommuniziert. Da er als Mann nicht schwanger werden kann, glaubt er, objektiv damit umgehen zu können.cite-ref-dlf-3-2[3] Selbst fĂŒr den Fall, âdass sich die befruchtete Eizelle statt in der GebĂ€rmutter in den Eierstöcken einnistetâ, sei das ungeborene Leben ânach Möglichkeit zu schĂŒtzenâ.cite-ref-dlf-3-3[3]
Nach Ansicht der Neuen ZĂŒrcher Zeitung verschaffte Hendricks gemeinsam mit Klaus GĂŒnter Annen, einem sich selbst als âLebensrechtsaktivistenâ bezeichnenden Rentner aus Weinheim, dem âlange Zeit wenig beachtetenâ § 219a Aufmerksamkeit. Bis 2017 konnten betroffene Ărzte Rechtsstreite in der Regel verhindern, indem sie die Informationen von ihrer Website entfernten.cite-ref-nzz-10-0[10] Auf die beiden MĂ€nner aus Kleve und Weinheim, zwischen denen gemÀà Deutschlandfunk keine Zusammenarbeit besteht, sind sĂ€mtliche Anzeigen deutschlandweit nach § 219a zurĂŒckzufĂŒhren.cite-ref-dlf-3-4[3]cite-ref-11[11]cite-ref-12[12]
Nach Recherchen von BuzzFeed News u. a. basierend auf einer Anfrage von Cornelia Möhring gingen von 2010 bis 2016 bei den Strafverfolgungsbehörden 104 Anzeigen wegen § 219a ein, von denen 65 auf Klaus GĂŒnter Annen zurĂŒckzufĂŒhren waren. WĂ€hrend es in den drei Jahren ab 2012 insgesamt sechzehn Anzeigen in Deutschland gab, stieg deren Zahl der Anzeigen ab 2015, als Hendricks nach eigenen Angaben sein âHobbyâ aufnahm, signifikant an. Alleine 2016 gab es 35 ErmittlungsfĂ€lle. 2012, 2013, 2015 und 2017 kam es zu je einer Verurteilung,cite-ref-bf180225-8-1[8] 2012 und 2013 dabei ohne VerhĂ€ngung einer MaĂregel.cite-ref-13[13]
GemÀà dem Strafrechtsexperten Udo Vetter ist der Paragraph § 219a StGB einer von wenigen, fĂŒr die Urteilsdatenbanken kein einziges Strafurteil auswerfen.cite-ref-14[14] In der gĂ€ngigen Literatur findet sich lediglich ein Urteil des Landgerichts Bayreuth,cite-ref-15[15] das spĂ€ter vom Oberlandesgericht Bamberg bestĂ€tigt wurde. Laut dem Landgericht GieĂen habe der § 219a StGB in der Strafrechtspraxis bis vor wenigen Jahren ĂŒberhaupt keine Bedeutung gehabt: âGestört wurde der eingetretene Rechtsfrieden nicht durch die Strafverfolgungsbehörden ⊠Fundamentalistische BefĂŒrworter des vorrangigen Schutzes fĂŒr das ungeborene Leben lehnen den fĂŒr SchwangerschaftskonfliktfĂ€lle gefundenen Kompromiss insgesamt ab und machen ĂŒber den Nebenschauplatz des § 219a StGB Jagd auf unbewusst und mittlerweile bewusst gegen die teilweise missverstĂ€ndliche Bestimmung des âWerbeverbotsâ verstoĂende Ărzte und erzwingen so in zunehmender Zahl Strafverfahrenâ.cite-ref-lto-16-0[16] Der Inhalt des 1974 eingefĂŒhrten § 219a gehtcite-ref-17[17] auf den 1933 eingefĂŒhrten § 220 RStGB zurĂŒck.cite-ref-18[18]cite-ref-19[19]
Die im Juli 2019 zur Neuverhandlung aufgehobenecite-ref-20[20] Verurteilung im Herbst 2017 war die prominenteste: Bundesweit wurde ĂŒber den von Hendricks bei der Staatsanwaltschaft angezeigten Fall der GieĂener Allgemeinmedizinerin Kristina HĂ€nel berichtet. HĂ€nel weigerte sich nach Hendricksâ Anzeige, die Information von ihrer Praxishomepage zu entfernen, dass sie in ihrer Praxis SchwangerschaftsabbrĂŒche durchfĂŒhrt.cite-ref-spon181012-21-0[21]cite-ref-22[22] Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren zunĂ€chst eingestellt, erst nach einer Dienstaufsichtsbeschwerde von Hendricks bei der Generalstaatsanwaltschaft nahm sie die Ermittlungen auf.cite-ref-taz-6-2[6] Nach der Weigerung von HĂ€nel, die Information von ihrer Website zu entfernen, hatte Hendricks 1&1 Ionos aufgefordert, die Domain der Ărztin zu sperren. Der Webhoster lehnte dies mit Verweis auf âdie nach allem diesseits nicht mögliche abschlieĂende, eindeutige EinschĂ€tzung der Sach- und Rechtslageâ ab.cite-ref-23[23]
FĂŒr zusĂ€tzliche ĂŒberregionale Aufmerksamkeit sorgte eine Anzeige Hendricksâ gegen die zwei Kasseler FrauenĂ€rztinnen Nora SzĂĄsz und Natascha Nicklaus. Auf ihrer Praxishomepage fĂŒhren sie den Spiegelstrich âSchwangerschaftsabbruch, operativ oder medikamentös mit Mifegyneâ in der Auflistung der von ihnen durchgefĂŒhrten ambulanten Operationen.cite-ref-bento-2-1[2]cite-ref-nzz-10-1[10]cite-ref-boell-24-0[24] Die beiden GynĂ€kologinnen weigerten sich unter Berufung auf das Informationsrecht der Patientinnen, die sechs Wörter von ihrer Internetseite zu entfernen. Der Prozess wurde vom Amtsgericht Kassel ausgesetzt;cite-ref-az180831-25-0[25]cite-ref-26[26]cite-ref-27[27] die beiden wurden im Juli 2019 freigesprochen.cite-ref-28[28]
Rezeption
Der Fernsehmoderator Jan Böhmermann stellte die Frage: âWir fĂŒhren die âDiskussionâ um Paragraph 219a also wegen gelangweilter Internetverlierer, die persönliche Befriedigung empfinden, wenn sie mit strategischen Strafzeigen [sic Frauen in Notsituationen schikanieren können?âcite-ref-29[29] Auch das Satiremagazin Titanic nahm auf Hendricks in einem Artikel Bezug.cite-ref-30[30] Der RBB-Sender Fritz diskutierte Hendricksâ Ansichten am 11. April 2018 eine einstĂŒndige Sendung lang mit Hörerinnen.cite-ref-31[31]
Veröffentlichung des Realnamens
Erfolgloses Vorgehen gegen Kersten Artus
Im Sommer 2018 forderte Hendricks, vertreten von der Anwaltskanzlei Ralf Höcker, mittels einer 33-seitigen Abmahnung von der Journalistin und Vorsitzenden von Pro Familia Hamburg Kersten Artus, die Veröffentlichung seines Realnamens zu unterlassen. Artus hatte Presseberichte mit Hendricksâ Realnamen in ihrem Blog verlinkt und ihn zusĂ€tzlich auf Facebook genannt. Artus wies ĂŒber ihren Anwalt die Abmahnung zurĂŒck; Hendricks sei âeiner der zentralen Protagonistenâ im âseit mehreren Monaten sehr umfassendâ gefĂŒhrten öffentlichen Diskurs zum § 219a, zudem habe er mit Interviews fĂŒr diverse Medien selbst die Ăffentlichkeit gesucht und dabei zahlreiche persönliche Details geschildert, âdie eine Identifizierung ohne weiteres ermöglichenâ; âdie Nennung des Namensâ sei somit âunzweifelhaft zulĂ€ssigâ. ErgĂ€nzend hinterlegte Artus Schutzschriften bei den Landgerichten in Hamburg, Köln und Berlin.cite-ref-32[32]
Der erste Gerichtstermin von Artus vor dem Landgericht Hamburg fand am 15. MĂ€rz 2019 statt. Hendricks erschien nicht. Artus zeigte sich zuversichtlich, dass das Gericht ihr erlauben werde, Hendricksâ Namen weiterhin zu nennen. Die Richterin sagte wĂ€hrend der Verhandlung, dass Hendricks selbst an die Ăffentlichkeit getreten sei und in Interviews Persönliches preisgegeben habe.cite-ref-33[33] Er habe die politische Diskussion um den § 219a somit wesentlich mit verursacht. Am 26. April 2019 wies das Landgericht Hamburg eine entsprechende Unterlassungsklage Hendricksâ gegen die Hamburger Vorsitzende von Pro Familia zurĂŒck. Auch die Wiedergabe eines Plakats mit einer Zeichnung, die Hendricks darstellt, sei zulĂ€ssig. Die Entscheidung war zunĂ€chst nicht rechtskrĂ€ftig,cite-ref-34[34]cite-ref-35[35]cite-ref-36[36] Artus gewann letztlich den Prozess (Stand November 2019).cite-ref-37[37]
Eine Freiburger Studentin und ehrenamtliche Mitarbeiterin eines Frauenhauses wurde ebenfalls von Hendricks wegen zweier Twitter-Tweets abgemahnt, in denen sie seinen Realnamen nannte. Sie kĂŒndigte an, die Abmahnung ebenfalls zurĂŒckzuweisen.cite-ref-t-online-38-0[38] Auch die Kölner Monatszeitung SoZ wies eine Abmahnung von Hendricks zurĂŒck. Die Behauptung von Hendricksâ Anwalt, Hendricks sei der Ăffentlichkeit unbekannt, stehe in Widerspruch zu seinen Interviews, mit denen er das Licht der Ăffentlichkeit gesucht habe.cite-ref-39[39] In der Folge wurde sein Name auch in weiteren ĂŒberregionalen Medien verbreitet.cite-ref-taz181114-7-1[7]cite-ref-t-online-38-1[38]cite-ref-buzzfeed-40-0[40]cite-ref-41[41] GemÀà Recherchen von t-online.de hatte die den GrĂŒnen nahe stehende Heinrich-Böll-Stiftung bereits im Juni 2018 Hendricksâ Realnamen publiziert.cite-ref-boell-24-1[24] Sie war nicht abgemahnt worden, da es sich nach EinschĂ€tzung von Juristen um eine wahre Tatsachenbehauptung handelt.cite-ref-t-online-38-2[38]
Erfolgloses Vorgehen gegen BuzzFeed News
Das Landgericht DĂŒsseldorf wies im Januar 2019 mit Bezug auf die Pressefreiheit Hendricksâ Antrag zurĂŒck, mittels einstweiliger VerfĂŒgung BuzzFeed News die Nennung seines Realnamens zu untersagen. Ăber die Entscheidung wurde in mehreren Medien berichtet.cite-ref-lto-16-1[16]cite-ref-42[42]cite-ref-df1-1-2[1]cite-ref-43[43]cite-ref-44[44]cite-ref-45[45] Hendricks legte Berufung ein, zog diese aber nach einem ablehnenden Beschluss des Oberlandesgerichts DĂŒsseldorf zurĂŒck.cite-ref-46[46]cite-ref-47[47] âNachdem er sich eindeutig in der Debatte ĂŒber das Werbeverbot aus §219a StGB positioniert hat, musste er damit rechnen, dass sich die Presse damit kritisch auseinander setzt, wobei er keinen Anspruch darauf hat, in der Ăffentlichkeit nur so dargestellt zu werden, wie er sich selbst sieht oder von anderen gesehen werden möchte [...]â, entschieden die Richter.cite-ref-48[48]
FĂŒr Tobias Gostomzyk, Professor fĂŒr Medienrecht an der TU Dortmund, passt der Anspruch Hendricksâ auf AnonymitĂ€t nicht zu seinem Verhalten. Hendricks habe nicht etwa vereinzelt Ărzte angezeigt, sondern ĂŒber Jahre hinweg eine systematische Anzeigenkampagne gegen Ărzte betrieben und zudem ĂŒberregionalen Medien Interviews gegeben. âWer öffentlich aktiv ist, muss es sich grundsĂ€tzlich auch gefallen lassen, dass andere angemessen ĂŒber sein Verhalten diskutieren.âcite-ref-t-online-38-3[38] Auch fĂŒr Jan Hegemann, Honorarprofessor fĂŒr Zivilrecht an der FU Berlin, agiert Hendricks in der SozialsphĂ€re im öffentlichen Meinungskampf. Wer aber âin dieser Form am Meinungskampfâ teilnehme, habe seines âErachtens keinen Anspruch mehr auf AnonymitĂ€t.âcite-ref-buzzfeed-40-1[40]
Im MĂ€rz 2019 erklĂ€rte der Deutsche Presserat, er halte die Nennung des realen Namens Hendricksâ in der Berliner tageszeitung fĂŒr unbedenklich.cite-ref-49[49]
Im Zuge der Berichterstattung ĂŒber die Klagen gegen die öffentliche Nennung seines Realnamens wurde ebendieser in den sozialen Medien wie beispielsweise Twitter einer breiteren Masse bekannt. Dies wird auch als Streisand-Effekt bezeichnet.cite-ref-t-online-38-4[38]
Weblinks
Commons
: Yannic Hendricks
â Sammlung von Bildern
âą Sebastian Dalkowski: Yannic Hendricks aus Kleve: Der Abtreibungsgegner, der sich keinen Namen machen will. Rheinische Post vom 30. April 2019
âą Sebastian Dalkowski: Ein radikaler Abtreibungsgegner. (Memento vom 28. September 2019 im Webarchiv archive.today) Aachener Nachrichten vom 23. Juli 2019
Einzelnachweise
cite-note-df1-11. â Buzzfeed darf Abtreibungsgegner nennen. Deutschlandfunk, 16. Januar 2019, abgerufen am 18. Januar 2019.
cite-note-dlf-33. â Selbsternannte LebensschĂŒtzer gegen FrauenĂ€rzte. Deutschlandfunk Kultur, 9. April 2018, abgerufen am 6. November 2018.
cite-note-44. â Thomas Richter: Duisburger Stauforscher verlegt Vorlesung auf AutobahnbrĂŒcke. Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 4. Juli 2014
cite-note-55. â Ulrike Baureithel: GefĂ€hrliche Effekthascherei. In: der Freitag. 16/2018.
cite-note-taz-66. â Gaby Mayr: âIch kann als Mann objektiv mit dem Thema umgehenâ. In: Die Tageszeitung. 11. April 2018, S. 14, abgerufen am 6. November 2018.
cite-note-taz181114-77. â Dinah Riese: Der bekannte Unbekannte. In: Die Tageszeitung. 14. November 2018, S. 7.
cite-note-bf180225-88. Juliane Löffler, Pascale MĂŒller: So hĂ€ufig missbrauchen sogenannte âLebensschĂŒtzerâ den Nazi-Paragraf 219a. In: BuzzFeed. 25. Februar 2018.
cite-note-91. Polizeiliche Kriminalstatistik 2017. In: Bundeskriminalamt. 8. Mai 2018.
cite-note-nzz-1010. â Valerie Zaslawski: âMein Bauch gehört mirâ war gestern. In: Neue ZĂŒrcher Zeitung. 16. Oktober 2018.
cite-note-1212. â âDas ist halt so mein Hobbyâ â Einfach mal Anzeige erstatten. (Memento vom 8. November 2018 im Internet Archive) In: WDR 5. 26. April 2018.
cite-note-1313. â Strafanzeigen wegen Werbung fĂŒr den Abbruch von Schwangerschaften in den letzten fĂŒnf Jahren (Schriftliche Frage von Cornelia Möhring) In: Deutscher Bundestag. 9. September 2017.
cite-note-1414. â Udo Vetter: Ein alter Paragraf, bislang keine Urteile. In: lawblog.de. 24. November 2017.
cite-note-1515. â Landgericht Bayreuth, Urt. v. 13. Januar 2006, Az.: 2 Ns 118 Js 12007/04
cite-note-lto-1616. â Tanja Podolski: Ach wie gut, dass niemand weiĂ âŠ. In: Legal Tribune Online. 16. Januar 2019. Urteil zu Az. 3 Ns â 406 Js 15031/15. In: Landgericht GieĂen. 12. Oktober 2018.
cite-note-1717. â Bundesgesetzblatt vom 21. Juni 1974, PDF-Datei, S. 2
cite-note-1818. â § 220, lexetius.com
cite-note-1919. â Entstehungsgeschichte des § 219a StGB. In: Wissenschaftliche Dienste. 8. Dezember 2017.
cite-note-2020. â Urteil gegen Ărztin Kristina HĂ€nel aufgehoben. Zeit online vom 3. Juli 2019
cite-note-spon181012-2121. â Wiebke Ramm: Kristina HĂ€nels Ehrentitel. In: Spiegel Online. 12. Oktober 2018.
cite-note-2222. â Heidrun Helwig: GieĂen: Berufung von Kristina HĂ€nel verworfen â Zweifel an Paragraf 219a bleiben. (Memento vom 13. Oktober 2018 im Internet Archive) In: GieĂener Anzeiger. 12. Oktober 2018.
cite-note-2323. â Diana Riese: 219a: Neue Anklageschrift. In: Die Tageszeitung. 8. August 2018, S. 6
cite-note-boell-2424. â Annabelle Seubert: âEs soll wieder heimlich passierenâ. In: böll. Heinrich-Böll-Stiftung, abgerufen am 6. November 2018 (Ausgabe 2/2018).
cite-note-az180831-2525. â Martin Wortmann: Paragraf 219a: Verwirrung und politischer Streit. In: Ărzte Zeitung. 31. August 2018.
cite-note-2626. â Bodo Weissenborn: Werbung fĂŒr Abtreibung? âDer Vorwurf ist absurdâ. (Memento vom 8. November 2018 im Internet Archive) In: hessenschau.de. 28. August 2018.
cite-note-2727. â Dinah Riese: Der Richter wartet auf die Politik. die tageszeitung vom 10. Januar 2019
cite-note-2828. â zeit.de 5. Juli 2019: Gericht stellt Verfahren gegen FrauenĂ€rztinnen ein (Az.: 284 Ds â 2660 Js 28990/17)
cite-note-3131. â Claudia Kamieth: Wie weit darf ein Mann beim Thema Abtreibung mitreden? (mp3) In: Fritz Radio. 11. April 2018, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 22. Februar 2019; abgerufen am 15. Dezember 2019 (Es waren ausdrĂŒcklich nur Frauen zur Diskussion eingeladen.).
cite-note-3434. â Auch Pro-Familia-Vorsitzende darf Abtreibungsgeber nennen, Legal Tribune Online, Meldung vom 26. April 2019.
cite-note-3535. â Schlappe fĂŒr Abtreibungsgegner vor Hamburger Landgericht. In: abendblatt.de. 26. April 2019.
cite-note-3636. â Urteil in Hamburg: Aktivistin darf Abtreibungsgegner bei Namen nennen. (Memento vom 27. April 2019 im Webarchiv archive.today) Hamburger Morgenpost vom 26. April 2019
cite-note-3737. â Marthe Ruddat: Feministin zeigt Frauenfeinde an. die tageszeitung vom 14. November 2019
cite-note-t-online-3838. â Lars Wienand: Dieser Abtreibungs-Aktivist will nicht beim Namen genannt werden. In: t-online.de. 11. November 2018.
cite-note-4141. â 9punkt â Die Debattenrundschau â Gesellschaft. In: Perlentaucher. 7. November 2018.
cite-note-4242. â Chris Köver: Kampf um 219a: Medien dĂŒrfen Yannic Hendricks beim Namen nennen, Netzpolitik.org, 16. Januar 2019
cite-note-4343. â 'Buzzfeed' darf den Namen von Abtreibungsgegner Yannic Hendricks veröffentlichen, Vice Deutschland, 16. Januar 2019
cite-note-4545. â Florian Brand: Ausgehendrickst (Memento vom 28. September 2021 im Internet Archive), Neues Deutschland, 17. Januar 2019
cite-note-4646. â Juliane Loeffler: Yannic Hendricks zieht seine Berufung gegen BuzzFeed News zurĂŒck â wir werden seinen Namen weiterhin nennen. Abgerufen am 16. Mai 2019.
cite-note-4747. â Abtreibungsgegner Yannic Hendricks geht gegen BuzzFeed News in Berufung, weil wir seinen Namen nennen. Buzzfeed, 20. Februar 2019, abgerufen am 22. Februar 2019.
cite-note-4848. â Juliane Loeffler: Yannic Hendricks zieht seine Berufung gegen BuzzFeed News zurĂŒck â wir werden seinen Namen weiterhin nennen. Abgerufen am 16. Mai 2019.
cite-note-4949. â RenĂ© Martens: Wenn ein Sender Kamele mietet. Norddeutscher Rundfunk vom 26. MĂ€rz 2019